Berglaufpur

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  Le Grand Raid de l´Ile de la Reunion

La Diagonale des fous

Die Diagonale der Verrückten


Reunion - das Gebirge im Indischen Ozean



Cilaos - Das Herz auf der Inselmitte, Halbzeit beim Grand Raid,

Aufnahme im Februar nach einem Zyklon. Cilaos - Aufnahme im November 2007


Cilaos - Das Herz auf der Inselmitte - Aufnahme im Jan. 2014


Cilaos - Das Herz auf der Inselmitte - Aufnahme im Jan. 2014


Die Berge um Cilaos im Cirque de Cilaos




     
 
Sonnenaufgang - Mitte Col du Taibit
Sonnenuntergang im Cirque de Cilaos
 

     
 
Afrika hat 30,3 Millionen qkm, das ist ca. 22% der Landfläche unserer Erde und ist dreimal so groß wie Europa.Die Insel Madagaskar hat 587 000 qkm und
1,5 mal so groß wie Deutschland.

Ile de la Reunion hat 2500 qkm
 
Helmut auf dem "Piton de la Fournaise" der immer noch tätige Vulkan.
Auf einer Höhe von ca. 2400 m
 

 

   

Réunion

" Ile de la Reunion " Insel der Zusammenkunft oder Vereinigung.

Vereinigung ist besser, ein Vielvölker-Gemisch auf dieser kleinen Insel im Indischen Ozean, kaum wahrnehmbar auf der Weltkarte, neben dem Afrikanischen Kontinent.

Die Hälfte der 780 000 Einwohner ist jünger als 20 Jahre. Innerhalb von 30 Jahren hat sich die Bevölkerungszahl verdoppelt.

Die Einwohner nennen sich Kreolen. Inder, Chinesen, Europäer, meist Franzosen und afrikanische Sklaven waren die Einwanderer.

Amtssprache ist französisch, aber in den Schulen wird auch in Créole unterrichtet.

Alle Weltreligionen sind auf Réunion vertreten. Hinduismus, Christentum, Buddhismus und Islam. Bei meinen beiden Aufenthalten konnte ich feststellen, dass alle gut miteinander auskommen.

Die Insel hat 2517 qkm, das ist in etwa so groß wie das Saarland, aber auch wieder nicht. Réunion besteht nur aus Bergen und was für "Hohe" über 3000 m. Wenn man die Insel mit dem Bügeleisen so platt machen würde, wie das Saarland ist, dann wäre diese wahrscheinlich so groß wie Deutschland.

780 000 Einwohner, das ist gewaltig viel. Die Einwohnerdichte ist pro qkm bei 310, in Deutschland bei 231 pro qkm.

Deswegen viel, weil ich eigentlich tagelang bei meinen Trainingsläufen in vollständig unbewohnten Gebieten herumgelaufen bin.

Wenn man bedenkt, dass man in den Cirque de Mafate nur zu Fuß hinkommt und es dort Menschen gibt, die das in 50 km entfernte Meer noch nie gesehen haben, glaubt man kaum, dass auf der Insel so viele Menschen leben.

Ich schätze, 90% an den Küstenregionen.

Hauptstadt ist St. Denis am Meer. Die Kriminalität ist dort relativ hoch.

Réunion gehört zu Frankreich und wir zahlen mit dem Euro.

Die Insel liegt 800 km von Madagaskar entfernt und gehört mit Mauritius zu den "Maskarenen" eine Inselgruppe die 1511 von Pedro "Mascarenhas" einem portugisischen Seefahrer entdeckt wurde.

Die Streckenführung - Durchquerung der Vulkaninsel der drei Cirques.

Rechts ist der Start in St. Joseph über den Piton de Fournaise, Plaine des Palmistes nach Cilaos. Durch den Cirque de Cilaos zum Cirque de Salazie um über den Cirque de Mafate ins Ziel in St. Denis zu kommen. 125 Kilometer und 8200 Höhenmeter waren zu überwinden.

Das Profil des Grand Raid auf Ile de la Réunion - rechts der Start, links das Ziel in St. Denis

 

   

Réunion
Die Insel enstand  vor ca. 2 Millionen Jahren durch Vulkane. Der höchste Berg ist der Piton de Neiges mit 3069 Meter, auf dem ich schon war. Das hat mit unseren Bergwegen, Bergautobahnen, überhaupt nichts zu tun. Was halt so ein Vulkan nach 2 Mill. Jahren hinterlässt.

Die Insel ist teilweise tropisch, die Regenzeit ist von Dezember bis März/April, da sollte man die Insel meiden. Im Februar bin ich in einen Zyklon reingekommen, sowas habe ich noch nicht erlebt, an Regen und Sturm. Da kann man keinen Schritt aus dem Haus gehen, sofern das Haus noch steht. Rinnsale werden in Minuten zu reißenden Strömen, da das ganze Wasser sofort die steilen Berghänge runter kommt und nirgendwo versickern kann.

Nach dem Zyklon Spuk bin ich dann die verschlammten rutschigen, schmalen Bergpfade durch den Dschungel gestolpert. Tausende von kleinen Fröschen sind vor Angst weg gesprungen.

Schlangen gibt es keine, obwohl man hinter jedem Ast eine grüne Mamba vermutet.

Ja, warum gibt´s dort keine Schlangen??   800 Kilometer westlich auf Madagaskar wimmelt es gerade so von Schlangen.

Die Erklärung: Réunion ist gerademal vorgestern (2 Mill. Jahre) durch Vulkanausbrüche entstandenen. Madagaskar hat sich vor 200 Millionen Jahren von Afrika getrennt. Sagt immer noch nix aus!

Schlangen können sich durch Mutation nicht in 2 Mill. Jahren von alleine entwickeln und für die Vögel sind die 800 Kilometer zu weit um eventuell dort was hinzubringen.

Wenn man sich das vor Augen führt, sollten wir Menschen wesentlich mehr Respekt vor der Natur und Kreatur und seiner millionenfachen, unterschiedlichen Entwicklungen auf diesem Globus bekommen. Das ist nicht unserer.

 

Cirque de Salazie

     
 
Nebelwald
Cirque de Mafate
 

 

     

Réunion

Zuckerrohr ist beherrschender Wirtschaftsfaktor. Der Anbau hat sich aus klimatischen Gründen am besten bewährt. Die Kaffeeplantagen werden von den Zyklonen zerstört.

Ca. 2 Mill. Tonnen Zuckerrohr werden pro Jahr geerntet. Die Europäische Union garantiert die Abnahme. Ist auch notwendig, denn seitdem der Zucker aus der Rübe einfacher und billiger hergestellt werden kann, wird der Zuckerrohranbau weltweit bedeutungsloser und unwirtschaftlicher.

Die Zuckerrohrplantagen sind fast um die ganze Insel an den Küstenhängen bis etwa 300 Höhenmeter anzufinden.

Früchte, tropisches Obst, sowie die Bourbon Vanille, auch die Geranienpflanzen für die Parfümindustrie sind weiterhin von Bedeutung.

Das erzeugte Weizenmehl reicht noch nicht mal aus um die einheimische Baguette Herstellung zu befriedigen.

Angeblich wachsen 800 Blütenpflanzenarten und 230 Farne auf der Insel.

Scheinbar bin ich mit verbundenen Augen rumgelaufen, außer die hohen Baumfarne und vielfältiges Mosszeugs mit ein paar versteckten Orchideen, habe ich nicht gesehen.

Die Fauna, außer diesen Fröschen nach dem Zyklon ist mehr als spärlich.

Man rennt 8 Stunden durch den Dschungel und hört so gut wie keinen Vogel.

 

Bilder 2 Tage nach dem Zyklon

       
  Cirque de Cilaos Die Kirche von Cilaos Vom Col du Taibit  

     
 
Und zwischendurch sieht man die Kirche von Cilaos
auch mal fast ohne Wolken. Diese beiden Aufnahmen
entstanden nicht in der Zyklon Zeit

Cirque de Mafate
 


   

Réunion

Essen: Das Wichtigste hätte ich bald vergessen.

Cari hinten, Cari vorne, Cari unten, Cari oben. Zum Fisch, Fleisch, Hühnchen und Karnickel.

Was ist das: Ein Reisgericht mit Cari, das ist ein Gewürzgemisch aus Curry und Safran und nochwas Einheimisches.

Kartoffeln und Nudeln gibt es so gut wie nie. Hend´l mit CariReis und Linsen-oder Bohnenbrei, das Standart Gericht. Wär ja erträglich, wenn nicht das arme Hähnchen mit dem Hackebeil inclusive aller Knochen in 100 Einzelteile zerhackt würde um es dann zu kochen. Das blöde dabei ist, dass die Hendlknochen trotzdem nicht weich werden und man hat ständig irgendwelche Splitter im Mund. Teilweise machen die das auch mit dem Fisch und dem Karnickel so.

Wenn Sie Bananen verlangen, bekommen Sie die großen, grünen Kochbananen, das ist dann wohl der Kartoffelersatz. Die kleinen Miniausgaben sind dagegen hervorragend im Geschmack Kartoffeln lassen sich schlecht anbauen an den Hängen der Berge. Die Erde ist fruchtbar, aber nach jedem Zyklon spült es die riesigen Kartoffeln raus. Ganze Kartoffelfelder habe ich nach dem Zyklon auf der Straße dahinkollern sehen.

Die vielen tropischen Früchte sollte man erst nach dem Lauf probieren.

Dann gibts noch "Chou-Chou" Das sind so große, dicke Knollenfrüchte, hängen an Büschen, kann man als Gemüse oder Auflauf bestellen. Es wird auch sowas Kuchenähnliches daraus fabriziert,schmeckt aber gut.

Am Besten, man ißt Fisch an der Küste, wirklich hervorragend mit Reis pur, ohne Cari.

Wein und Bier kommt aus Frankreich und Südafrika. Vor und nach dem Essen wird oft hochprozentiger, guter Rumpunsch serviert.

Auch der Honig ist hervorragend.

Die Creolische Küche ist von indischer, afrikanischer, chinesischer, arabischer und französischer geprägt. Von allem etwas. Verhältnismäßig teuer in den wenigen guten Restaurants. Französische Preise.


     
  Diese Wasserfälle, gespeist   durch die Regenwolken erreichen eine Höhe ....
 

...bis zu 900 Meter. Cirque Salazie, bei Hellbourg eines der regenreichsten Gebiete der Welt


Der spektakulärste Cirque ist "de Mafate" Blick beim Abwärtswandern zum Roche Plate für den
Extrem-Berglauf Le KM Vertical le Maido mehr

     
  Cirque de Mafate - hier kommen Sie nur zu Fuß hin.
Im Sommer ist es unten sehr heiß
  "berglaufpur" in der Natur  

     
  Sonnenaufgang in Cilaos   Mein Hotel in Cilaos  

In Cilaos wurde die höchste Regenmenge pro Tag registriert die es jemals auf der Erde gab.
1870 mm in 24 Stunden.

Das ist mehr als doppelt soviel wie in Hamburg das ganze Jahr runterkommt.

 

copyright Foto: Running Magazin A. Schirmaier

 

Laufen Sie mit mir den Grand Raid Ile de la Réunion - la Diagonale des fous
Depart in Pointe de Langevin - Startzeit 4 Uhr früh !


     
  Wir starten an der Südküste bei Pointe de Langevin. Bei Abendsonne ein wunderschönes Farbenspiel.   Die Lava kommt vom Vulkan "Piton de la Fornaise" über die Küstenstraße und erstarrt im Indischen Ozean. Aufnahme nach dem Zyklon.  

       
  Beim Start ist es noch dunkel. Auf dieser alten Zuckerrohrstraße läuft man die ersten Kilometer.   ber bald geht es schon ganz schön steil durch den Wald,   und die Wege werden auch immer lustiger.  

     
 

Dieser Wald befindet sich zwischen 1000 und 1800 Hm..

Beides sind Krüppelholz - Wälder mit einem wunder-

schönen roten Holz. In den teuren Jachten können

Sie das verarbeitete rotbraun, glänzend polierte Holz bestaunen.

 
und dieser zwischen 3500 und 4000 Hm. Der befindet sich in der nördlichen Cordillera Blanca. Leider haben die Spanier fast alle Wälder abgeholzt für ihren Schiffsbau und während ihrer Herrschaft in Südamerika haben sie auch so nebenbei noch ca. 50 Millionen Inkas umgebracht.
 

     
 

Wenn man in die Täler sieht, eröffnen sich großartige Ausblicke.

 
Wir sind in etwa auf 2100 Höhenmeter am
Vulkan Piton de la Fournaise angekommen.
 



   
 
Wir sind am Piton de la Fornaise angekommen, Foc Foc!
 

       
  Die weißen Tupfer, Kalkfarbe 
auf Lavasteinen, sind die Weg- Markierungen.
  Links und rechts die
weißen Markierungen.
  Auf diesem Krater, umgeben von Lava, spazieren zwei Menschen.  

     
 

Und so gehts am großen Kraterrand entlang zum Piton Textor,
Versorgungsstelle.

 
Kleiner Kraterausbruch
bei meinem ersten Besuch.
 

   
 
Die ganze Umgebung riecht nach Vulkan und es dampft aus allen Löchern.
 


     
 
Ein Nebenkrater des Vulkans Piton des Fournaise
 
Bei der Kirche hatte der Vulkan ein Einsehen
 

Wir verlassen den Vulkan und laufen über die La Plaine des Cafres nach Cilaos.
Rechts unten noch die Ausläufer des Vulkans, links oben die Inselmitte mit Cilaos,
hier hätte man auch schlafen können.

       
 

Wenn man zur Straße kommt die nach La Plaine des Palmistes führt, ist es schön grün und angenehm zum Laufen. Allgäu Landschaft,

leider nicht lange denn jetzt gehts über die...

  Plaine des Cafres, der Haxenbrecher Weg macht so richtig Spass, kalt wirds auch noch bis zum Pass Kerveguen
auf 2350 Meter
 

so gehts dann im Dschungel
runter nach Cilaos.

Hier war es schon mehr heiß
als warm, dafür hatte man eine große Verpflegungsstelle, mehr Küche

 

     
  Morgensonne bei Cilaos   Cilaos  

     
  Wir laufen von Cilaos auf den
Col du Taibit, dann durch den
  Cirque de Mafate.
Hier noch der Blick runter nach Cilaos.
 

 

     
      .
 

Ile de la Réunion - Vom Col du Taibit / Cirque de Mafate

 

    

Cirque de Mafate

Der außergewöhnlichste Cirque auf Réunion ist Mafate. Keine Straße führt dorthin.

Ein Teil der Versorgung gelangt durch den Hubschrauber das andere geht nur zu Fuß. Da auf der Insel früher Sklaverei herrschte fanden einige entflohene Sklaven hier ein ideales Versteck. Auf den kleinen Hochplateaus errichteten sie Siedlungen. Nach dem 19. Jahrhundert wurde der Cirque von den schwarzen Aufsässigen "gereinigt" und es haben sich auch einige andere eine kleine Existenz aufgebaut in der total abgeschiedenen Gegend. Die karge, trockene Vegetation gibt allerdings nicht viel her.

Es wird behauptet, dass einige Bewohner von Mafate noch nie das nur 20 km entfernte Meer gesehen haben.

Der Tourismus ist eigentlich die einzige Einnahmequelle für die ca. 1000 Mafatais. Ein ganz hervorragendes Wandergebiet was viel Kondition benötigt. Hotels gibt es nicht, nur einige Gites, das was Sie dort kaufen ist noch viel teurer als das ohnehin teure Réunion. Wenn Sie vom Col du Taibit nach Marla runterkommen und dann im Cirque umherlaufen in der trockenen Hitze, dann legen Sie schon mal gerne 10 Euro für ein Bier hin, sofern Sie überhaupt eines bekommen.


   
  Cirque de Mafate  
       
      Ile de la Réunion - Cirque de Mafate      

       
 
Cirque de Mafate über Col de Taibit
Cirque de Mafate vom Maido
 

     
  Cirque de Mafate bei Marla   ein besonderer Erlebnislauf
 

       
  Der Weg von Marla durch...   ..diese Wälder ....   ..zum Col de Fourche  

 

Cirque de Salazié
Die Baumfarne vom Cirque de Salazié

 

oben Calla
Von Weg kann man nicht mehr sprechen trotzdem, man kann
sich nichtverlaufen, denn daneben hat man keine Chance auch nur einen einzigen Meter vorwärts zu kommen.
 
Aufstieg zum Roche Ecrite, beim Grand Raid bin ich in der Nacht hier mit Stirnlampe die 940 Hm bei nur 3,2 km hoch nachdem ich schon ca. 100 Kilometer über sämtliche Berge gelaufen bin.
Vorne sehen Sie den Weg?? Unten ist Grand Ilet

 

 

Man sieht bei teilweise Steigungen bis ca. 40%

nur noch den Himmel oder den Abgrund.

Rechts die Steilwand die zum Roche Ecrite führt.

Der blaue Berg ist der Piton des Neiges.

 

   
Er musste hier am Roche Ecrite sein Leben lassen....
....was blieb - seine Medaillen

 

   
Das Teilziel - bei Nacht erreicht und jetzt...

....für das Foto um 7:30 früh. Ein grandioser Talblick.

Um 10 Uhr hätten Sie absolut nix mehr gesehen.


   

....und so gehts weiter, rechtes Bild - Cafres bei Nacht, wenns davor geregnet hat, was fast so sicher ist, wie das Amen in der Kirche, das ist die Krönung des Berglaufes. Scharfe Lavarillen, gefüllt mit Wasser, lockeres Gestein, dazwischen nasse Wurzeln, damit es nicht langweilig wird, immer wieder - endlos 20 Meter runter 25 Meter rauf,

Du denkst, bin ich eigentlich blöd oder verrückt!!??

 

Die letzte Etappe mit dem Ziel in der Hauptstadt St. Denis

St. Denis, rechts im Stadion war der Zieleinlauf

     
Einlauf im Stadion von St. Denis beim Grand
Raid 2000 die Diagonale der Verrückten

Die hervorragende Zielverpflegung,
rechts meine Stirnlampe.

Die Streckenverpflegung in so einem
unwegsamen Gelände war eine Meisterleistung
die ich nie erwartet habe

 

Meine Zeit für 125 Kilometer und 8200 Höhenmeter war 26:50 Stunden!

Außer einer größeren Pause in Grand Ilet, 40 Minuten, bin ich die gesamte Strecke in einem Stück durchgelaufen. Man hätte auch an 2 Stellen schlafen können. 60 Stunden durfte man benötigen, incl. eventueller Schlafzeit. An allen Teilstrecken wurden die Läufer rausgenommen, die die berechnete vorgegebene Zeit nicht erreicht haben.



     
  Le KM Vertical du Maido click mehr   6:30 Uhr beim Abstieg zum Start in die Cirque de Mafate  


www.berglaufpur.de/reunion.die Blumeninsel click

 

Es ist aber nicht alles "Gold was glänzt" auf La Réunion


     
 
Straßenzug in St. Denis, die Hauptstadt der Insel. Total überfüllt mit Autos, viele zerfallene alte Kolonialhäuser, relativ hohe Kriminalität. Viele Menschen wohnen in Bruchbuden. Mein Auto wurde während des Grand Raid vor einem bekannten Hotel aufgebrochen. Diese Stadt können Sie sich sparen.
 
Solche "idyllischen Häuser" können Sie hauptsächlich im Landesinneren betrachten,
hier in Salazie.Viele Häuser sind unbewohnt und dem Zusammenbruch nahe. Gute Hotels sind absolute Mangelware, übrigens auf der ganzen Insel. Die wenigen sind im Preis-Leistungverhältnisse wesentlich zu teuer
.
 

 

   
 
Keine Seltenheit
Alter Kolonialstil. Dem Verfall nahe.
   
 
Hell Bourg Hauptstraße
 
Hell Bourg Hauptstraße. In diesem Cirque regnet es
sehr oft, alles wird von grünen Pflanzen rasend schnell überwuchert.

Von München benötigen Sie ca.18 Std. bis Sie in La Réunion sind. Die lange Reisezeit entsteht dadurch, dass nur die Air France von Paris aus nach St. Denis fliegt. Dadurch dass Réunion zum Inland Frankreich zählt, haben Sie einen Flughafen-Wechsel. Um sicher den Anschlußflug von Orly nach St. Denis zu erreichen, sollte man rechtzeitig in Charles de Gaulle landen. Große Staugefahr mit dem Bus nach Orly. Das Ganze nervt, weil zurück ist dasselbe Spiel.

Der Flugpreis bewegt sich so um 1 200 - 1 400 Euro. Die Weihnachtszeit sollten Sie meiden.

Um die Insel kennen zu lernen, braucht man unbedingt ein Auto. Auch und gerade wenn man wandern will. Nur wirkliche Bergfexen und Tramper können die Insel a la Grand Raid zu Fuß durchwandern. Die wenigen Gites, also Hütten sind von bescheidenster Qualität und Ausstattung, das Essen muß man schon selber mitschleppen, denn verhungern tut auf den Hütten nur der Gardier nicht. In den meisten Fällen benötigt man sogar eine Reservierung, was das Grundproblem erhöht, wenn Sie nicht perfekt französisch sprechen.

Das Auto kostet für 14 Tage incl. aller Gebühren, Fiesta Klasse ca. 1100 Euro.

Das Preisniveau entspricht bei gleicher Qualität in etwa das von der Schweiz. Außer, Sie kaufen sich die besten Bananen und Ananas der Welt bei fliegenden Händlern am Straßenrand, sofern Sie davon 14 Tage leben können.

Wenn Sie gemütlich frühstücken, werden Sie mit keinen so sonnigen Bildern wie ich sie z.B. vom Roche Ecrite geschossen habe nach hause fahren.

Erkundigen Sie sich genau bei Wanderungen, bedenken Sie, dass es keinen Lift gibt, der Sie wieder zurück bringt.

Bei manchen Durchquerungen müssen Sie trittsicher und schwindelfrei sein!

In einigen Gebieten sollten Sie damit rechnen, dass es jeden Tag regnen kann. Bei Wanderungen bedeutet das erhöhte Rutschgefahr auf den dschungelähnlichen Pfaden. Das sind keine Bergweg-Autobahnen wie in unseren Alpen! Manchmal bin ich den ganzen Tag völlig alleine unterwegs gewesen, es kann sein, dass Sie niemandem begegnen und keine Hilfe erwarten können.

Das Handy funktioniert auch nicht überall.

Insgesamt ist die Insel nur für Bergfreunde und Tauchsportler geeignet. Der Heli Rundflug ist fast ein muss,

ca. 250 Euro.

Das Preis-Leistungangebot stimmt nicht, die Kanaren können Sie für den halben Preis haben.

Nach meinen dreimaligen Besuchen habe ich den Eindruck gewonnen, dass man sich nicht groß um Touristen bemüht, tolle Hotelanlagen mussten schließen mangels Tourismus. Amerikaner, Engländer und Deutsche fahren nicht hin, wenn Sie deutsch hören sind das einige wenige Schweizer oder Elsässer.

Die Küstenstraßen muss man meiden, sonst können Sie auch Urlaub am Mittleren Ring in München buchen, außer den Teil wo der Piton de Fournaise fast jährlich Lava über diese Straße bringt um die Insel zu vergrößern, das ist der größte Segen für Reunion, weil dort keiner hinbauen kann. Bei 2 500 qkm beträgt die Inselbevölkerung fast 800 000 Einw., das sind 310 pro qkm, davon wohnen ca. 80% an der Küstenregion.

Die Geburtenrate ist eine der höchsten der Welt.

Es fehlt meineserachtens an Eigeninitiative weil die Insel auf Grund der Zugehörigkeit zu Frankreich und der EU viel zuviel Subventionen erhält. Überall wo was größeres gebaut wird, hauptsächlich Straßen und Autobahnen sieht man das EU Schild.

Wenn Sie partout keinen Reis mögen fahren Sie doch lieber auf die Kanaren.

Auf La Réunion wächst eigentlich alles, nur kein Erdöl. Ich habe aber mehr Erdölfelder (die Autos müssen doch auch von was leben) als Gemüsefelder gesehen. Sagen wir mal, dass Linsen und Bohnen kein Gemüse sind, was man bei jedem ordentlichen "Cury Gericht" Nationalspeise, dazubekommt, dann gibt es eigentlich nur Chuchu.

Und so schauts aus!

Die zwei scharfen Soucen die Sie dazu bekommen probieren Sie nur einmal.

 

       
 
Die Dinger werden etwa 15 - 20 cm lang und schmecken so in etwa wie Zucchini.
   
Chuchu, nicht Wein!!
 

Wann ist die beste Reisezeit?

Die Beantwortung fällt mir schwer, klar am sichersten zum wandern ist der Oktober bis Mitte Dezember. In dieser Zeit sind die Flußläufe und Wasserfälle am trockensten und die Wege am besten zu begehen, also am sichersten.

Um die Weihnachtszeit schwirren die Franzosen vom Mutterland ein, da finden Sie dann kaum eine brauchbare Unterkunft.

Die interessanteste Jahreszeit ist aber vom Februar bis April, wenn die Zyklone über die Insel hereinbrechen.

Mit wandern ist da nix mehr, Sie werden kaum aus dem Hotel gehen. Harmlose Flüsse in den Caynons, Bäche, Wasserfälle werden sehr gefährlich. Die Wege sind glitschig und tausende kleiner Kröten habe ich bei meinen Streifzügen durch die schlammigen Wege aufgeschreckt. Die Stimmungsbilder nach einem Zyklon sind aber grandios, verlassen Sie sich nicht darauf, dass das Spektakel beendet ist, kann kommen zurück.

Wenn man dann noch das Glück hat wie ich, dass gerade der Piton des Fournaise aufgewacht ist. Es zischt brodelt und kracht, das Naturschauspiel ist grandios.

Bei einer guten Kondition und Liebe zu Bergen können Sie "noch" die interessanteste Insel der Welt kennen lernen.

Ergo, billig ist so ein Urlaub nicht und Bergerfahrung sollten Sie schon mitbringen und eventuell mit bescheidenen Unterkünften zufrieden sein.

Helmut Reitmeir

www.berglaufpur.de/reunion.html

www.berglauf-verband.com   Startseite Übersicht zurück